„Nicht jeder muss seine eigene Suppe kochen“

17. Mai 2022

Aber alle müssen wissen, WAS gerade gekocht wird. Oder anders formuliert: Über den aktuellen Stand von Leitspital, Gesundheitszentren & Co. Bescheid wissen. Heinz Schachner, Karin Schamberger und Thomas Lösch über „Kirchturmdenken“, persönliche Erreichbarkeit und ein „starkes Zentrum“ für die Gesundheitsversorgung im Bezirk Liezen.

Heinz Schachner (Credit: privat)

„Man kennt sich persönlich, trifft sich bei den Veranstaltungen oder am Stammtisch im Gasthaus und redet miteinander, Das ist Lebensqualität“, steht für Heinz Schachner außer Frage. Der Stainacher ist beruflich als Einkäufer bei Ennstal Milch tätig und auch Obmann der Gemeindezeitung Stainach-Pürgg. An seiner Heimat schätzt er sowohl die landschaftliche Schönheit als auch die gute Infrastruktur. Naturgemäß freut sich der Stainacher, dass sich die gesundheitliche Infrastruktur durch das künftige Leitspital in seiner Gemeinde verbessert. Und er hat Verständnis dafür, dass dies nicht ganz ohne Kritik bleibt. „Es gab schon Dinge, die besser laufen hätten können. Und ich verstehe auch, dass jeder am liebsten die beste Infrastruktur in seiner eigenen Gemeinde hat. Das wird es aber in Zukunft einfach nicht mehr spielen“, sieht er das „Kirchturmdenken“ als überholt an.

Und außerdem: „Beim Krankenhaus ist es mir eigentlich egal, ob es fünf oder 20 Kilometer weit weg ist. Hauptsache es ist ein leistungsfähiges, größeres Spital und nicht drei kleine. Ich denke auch, dass nicht die Zahl der Betten entscheidend ist, sondern die Qualifikation der Ärztinnen und Ärzte. Man ist heutzutage ja viel kürzer im Spital als früher, es geht ja alles viel schneller.“

Teamwork von Ärzt*innen fördern

 

Wichtig ist Schachner, dass er seinen Hausarzt bzw. seine Hausärztin und Fachärzt*innen in unmittelbarer Wohnumgebung hat. „Wenn ich nach Schwarzach oder Leoben fahren muss, ist das lästig. Und ich würde es sinnvoll finden, wenn es mehr Gemeinschaftspraxen gibt. Es muss nicht jeder Hausarzt seine eigene Suppe kochen.“

 

Mehr über das Teamwork von Ärzt*innen in einem Gesundheitszentrum …

Karin Schamberger (Credit: Pedagrafie)

Keine Zwei-Klassen-Medizin

 

Auch Karin Schamberger sieht in der Kooperation von Ärzt*innen eine positive Entwicklung. Die Bibliothekarin im Stift Admont ist Patientin im Gesundheitszentrum Admont. „Ich finde den Ansatz, die ärztliche Versorgung an einem Standort zu konzentrieren, sehr sinnvoll. Für die Zukunft würde ich mir noch längere Öffnungszeiten wünschen, aber ich fühle mich im Gesundheitszentrum sehr gut versorgt.“ Dass sie in Akutfällen eine persönliche Ansprechperson hat, „die ich auch anrufen kann und bei der ich zeitnah einen Termin bekomme“, ist Schamberger besonders wichtig. „Und ich möchte mich auch darauf verlassen können, dass die fachärztliche Versorgung gegeben ist. Und dass ich auch ohne Zusatzversicherung schnell eine notwendige Untersuchung wie etwa ein MR machen lassen kann.“

Thomas Lösch (Credit: Lösch)

„Starkes Zentrum“ mit einem Leitspital

 

Potenzial in der fachärztlichen Versorgung ortet Thomas Lösch, Rhetoriktrainer aus Stainach-Pürgg. „Unsere Kinder sind zwar schon erwachsen. Aber man hört von vielen Seiten, dass die fachärztliche Versorgung – vor allem im Bereich der Kinderärztinnen und -ärzte – besser sein könnte.“ Sehr gut versorgt fühlt sich Lösch mit seinem Hausarzt und auch mit dem Notarztwesen. „Allerdings ist es derzeit so, dass wir mit den drei Spitälern keine ideale Lösung haben. Es gibt in den kleinen Spitälern einfach zu wenige Fallzahlen und das ist auch für Ärztinnen und Ärzte nicht attraktiv. Deshalb befürworte ich sehr, dass wir ein starkes Zentrum mit einem Leitspital bekommen – mit einer modernen ärztlichen Versorgung.“

 

„Was ist jetzt mit dem Leitspital Liezen?“

 

Um auch die Bevölkerung von den positiven Aspekten des Steirischen Gesundheitsplans 2035 zu überzeugen, ist aus der Sicht von Lösch die Kommunikation ein zentraler Aspekt. „Natürlich hätte am liebsten jeder ein Spital direkt vor seiner Haustüre, das verstehe ich. Aber umso wichtiger, dass offen kommuniziert wird. Es darf nicht sein, dass sich die Menschen im Gasthaus fragen, was ist jetzt mit dem Leitspital Liezen? Die Entwicklung muss transparent sein und alle müssen wissen, wie der aktuelle Stand ist.“ Umso wichtiger daher der Infopoint im Schloss Trautenfels, die Informationen zum Projektstatus hier auf der Website, der Newsletter (hier anmelden) und die weiteren Kommunikationsmaßnahmen im Jahr 2022.

(Credit: Christoph Huber)
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(Credit: istock/RealPeopleGroup)
(Credit: istock/jacoblund)
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